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Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie

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Pressemitteilung

23.02.2017, Nr. 04/17

Naturpark unterstützt Schellenten mit Nistkästen

Schellenten-Erpel, Foto: Thomas ReichSeit Jahrtausenden ziehen nordische Vögel im Herbst gen Süden und im Frühjahr wieder zurück in Richtung Norden zu ihren Brutplätzen. Mecklenburg-Vorpommern ist dabei Durchzugsland. Sobald im Februar die kleineren Gewässer wieder eisfrei sind, fällt eine schwarz-weiße Entenart besonders auf - die Schellente. Ein weißer Fleck am schwarzen Kopf macht das Schellenten-Männchen unverwechselbar. Wegen der leuchtend gelben Augen wird die Art im Englischen „Goldeneye“ (Goldauge) genannt. Schellentenweibchen sind deutlich unauffälliger gezeichnet. Die Schellente ist zwar ein regelmäßiger, aber nicht all zu häufiger Brutvogel unserer Region. Doch nur wenige wissen, dass sie ein Höhlenbrüter ist, der gern in alte Schwarzspechthöhlen nistet. Bemerkenswert ist das Verhalten der Entenküken: Kurz nach dem Schlupf springen sie, gelockt von den Rufen der Entenmutter, aus bis zu 10 m Höhe auf den Waldboden. Anschließend folgen die erstaunlicherweise unverletzt gebliebenen Entenkinder der Mutter zu Fuß zum nächsten Gewässer. Schellenten können bis zu 8 m tief tauchen. Dabei erbeuten sie Krebse, Muscheln, Pflanzenteile, kleine Fische und Insektenlarven.

Die hübsche Schellente gerät hierzulande rasch in Wohnungsnot, denn die wenigen geräumigen Höhlen in alten Bäumen haben viele Freunde. Auch der Waldkauz oder die Hohltaube nutzen sie zur Brut. In andere ziehen Fledermäuse, Marder oder Siebenschläfer ein. Doch man kann der Schellente kurzfristig mit der Ausbringung künstlicher Nisthöhlen helfen.

Die Ranger des Naturparks Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See haben bislang knapp 50 spezielle Schellenten-Nistkästen gebaut und ausgebracht. Alljährlich werden die Kästen von ihnen kontrolliert, gesäubert und mit frischen Hobelspänen ausgestreut. Die Kontrollen zeigen, dass in fast jedem zweiten Nistkasten Schellenten erfolgreich gebrütet haben. Da durchschnittlich etwa 10 Küken zu einer Brut gehören, kann man überschlagen, dass jährlich rund 250 Schellentenküken in den Nistkästen des Naturparkes das Licht der Welt erblicken. Für das Aufstellen solcher Nistkästen eignen sich Kleingewässer mit reichlich Bewuchs. Gerade in der Mecklenburgischen Schweiz gibt es sehr viele davon.

Für Naturfreude, die sich so einen Kasten bauen und in einem geeigneten Gewässer aufstellen möchten, gibt es eine Bauanleitung auf den Internetseiten des Fördervereins des Naturparkes Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See.(http://www.foerderverein-naturpark-msk.de/). Zu beachten ist natürlich auch, dass die Ausbringung der Nistkästen mit dem jeweiligen Forstamt bzw. dem Grundstückseigentümer abzustimmen ist.

Ansprechpartner:
Dietmar Schriever, Ranger im Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See.
Tel:  (039957) 29 970, Fax: (039957) 29 9720


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