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Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie

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Anforderungen an Halter, Züchter und Händler besonders geschützter Arten

Wer aus den verschiedensten Gründen Tiere oder Pflanzen in Obhut nimmt, züchtet, verarbeitet oder vermarktet, übernimmt Verantwortung. Diese Verantwortung endet nicht mit der Sicherung einer möglichst verhaltensgerechten Haltung des einzelnen Tieres. Der Handel und die Haltung geschützter Arten in menschlicher Obhut können auch Auswirkungen auf das Überleben der Art in ihren Ursprungsgebieten haben.
Daher unterliegen alle Exemplare besonders geschützter Arten, häufig auf der Grundlage internationaler Verpflichtungen der Bundesrepublik einem generellen Besitz- und Vermarktungsverbot!
Wer diese Tiere, zu denen auch sehr viele häufig als Haustier gehaltene Arten (z.B. Papageien, Schildkröten, Eichhörnchen) gehören, rechtskonform halten will, unterwirft sich folgenden gesetzlicher Verpflichtungen, die einen Beitrag dazu leisten sollen, den Bestand der Arten in der freien Natur nicht durch den Handel mit ihnen zu beeinträchtigen:

1. Nachweispflichten

2. A Meldepflichten der Hobbyhalter- und Züchter
    B Buchführungspflichten der Gewerbetreibenden

3. Kennzeichnungspflichten

Die konkrete Ausgestaltung der Verpflichtungen ist abhängig von der gehaltenen Art.

 

Hintergrundinformationen und Hinweise zu Haltung, Zucht, Vermarktung und Verarbeitung von Exemplaren besonders geschützter Tiere oder Pflanzen

Gemäß § 44 Abs. 2 Nr. Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ist es verboten, Tiere und Pflanzen der besonders geschützten Arten in Besitz oder Gewahrsam zu nehmen, in Besitz oder Gewahrsam zu haben oder zu be- oder zu verarbeiten (Besitzverbote).

Unter den Voraussetzungen, die abschließend in § 45 Abs. 1 BNatSchG genannt sind, sind die Besitzverbote aufgehoben. Insbesondere betrifft dies Tiere oder Pflanzen, die rechtmäßig gezüchtet, rechtmäßig der Natur entnommen worden, rechtmäßig aus Drittstaaten eingeführt oder bereits vor Unterschutzstellung der Art in menschlicher Obhut gewesen sind. Zusätzlich ist die Zulässigkeit der Haltung besonders geschützter Wirbeltiere an die Sicherung der tierschutzrechtlich vorgeschriebenen Haltungsbedingungen und den Besitz der erforderlichen Kenntnisse und Zuverlässigkeit des Tierhalters gebunden.

Wenn Tiere oder Pflanzen der besonders geschützten Arten keinen Besitzverboten unterliegen, sind sie auch von den Vermarktungsverboten des § 44 Abs. 2 Nr. 2 BNatSchG entbunden. Abweichend hiervon dürfen auch rechtmäßig der Natur entnommene Exemplare europäischer Vogelarten und Tiere und Pflanzen der streng geschützten Arten, nicht vermarktet werden.
Tiere oder Pflanzen sind gemäß der Begriffsdefinition aus § 7 Abs. 2 Nr. 1 und 2 BNatSchG neben lebenden Exemplaren auch tote Tiere, ohne weiteres erkennbare Teile von Tieren oder Pflanzen bzw. die aus diesen erkennbar gewonnenen Erzeugnisse.

Den Schutzstatus der Arten bzw. in welchem Anhang der VO (EG) 338/97 die gehaltenen Arten gelistet sind, können Sie auf der Seite   http://www.wisia.de/FsetWisia1.de.html des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) ermitteln

Der rechtmäßige Besitz ist den zuständigen Naturschutzbehörden jederzeit auf Verlangen nachzuweisen. Die Form der Erfüllung der Nachweispflichten ist gesetzlich vorgeschrieben. Wenn der vorgeschriebene Nachweis nicht erbracht werden kann, kann die Behörde die Exemplare beschlagnahmen oder einziehen.

     

Um den zuständigen Behörden die Überwachung der Haltung und der Vermarktung besonders geschützter Arten zu ermöglichen, sind dem privaten Halter, Verarbeiter oder Vermarkter von Exemplaren besonders geschützter Arten konkrete gesetzliche Meldepflichten auferlegt. Wer gewerblich Exemplare besonders geschützter Arten besitzt oder vermarktet unterliegt Buchführungspflichten.

Eine Voraussetzung für die gesetzeskonforme Wahrnehmung der Melde- und Nachweispflichten ist die individuelle Kennzeichnung der gehaltenen Tiere, die in ihrer Form gesetzlich normiert ist. Bei Verstoß gegen Melde- und/oder Kennzeichnungspflichten kann die zuständige Behörde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten.

  

Meldebogen LUNG                                                                          ???????


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