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Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie

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Anforderungen an Halter, Züchter und Händler

Besitz, Vermarktung und Nutzung von Exemplaren besonders geschützter Arten

Die wirtschaftliche Nutzung von Exemplaren gefährdeter Tier- und Pflanzenarten stellt neben der Lebensraumzerstörung eine der größten Gefahren für die Artenvielfalt der Tier- und Pflanzenwelt dar. Als Folge des internationalen Handels sind viele Arten in ihrem Bestand gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Der Schutz bedrohter Arten vor Übernutzung durch wirtschaftliche Nutzung der Exemplare selbst oder von aus ihnen hergestellten Waren soll durch den Vollzug eines Systems rechtlicher Regelungen auf den Ebenen des Völkerrechts, des Europarechts, nationalem Rechts und landesrechtlicher Regelungen unterstützt werden.

Gegenstand der Schutzbemühungen des „Dezernates 250 - Vollzug von Artenschutzrecht“ des Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie  (LUNG) sind die Exemplare besonders geschützter Tier- und Pflanzenarten, die sich in menschlicher Obhut befinden. Um den Schutz effektiv zu gestalten, unterliegen nicht nur die lebenden Exemplare dem artenschutzrechtlichen Schutzregime, sondern auch tote Exemplare, Entwicklungsformen, ohne Weiteres erkennbare Teile von Pflanzen und Tieren und Erzeugnisse, die ohne Weiteres erkennbar aus diesen gewonnen wurden.

Gesetzliche Grundlage der Schutzbemühungen sind einerseits direkt wirksames europäisches Recht in Umsetzung des Washingtoner Artenschutzabkommens (WA) für die in den Anhängen der VO (EG) 338/97, aktualisiert durch EU-Verordnung Nr. 2017/160 gelisteten Arten und für die übrigen besonders geschützten Arten die Besitz- und Vermarktungsverbote des § 44 Abs. 2 Bundesnaturschutzgesetz. Die Vermarktung von Arten des Anhang A der EU-Verordnung Nr. 2017/160 ist nur bei Berücksichtigung höherer Anforderungen an die Nachweisführung zulässig. Für den Tierhalter von Exemplaren besonders geschützter Arten sind Haltungsverbote, gesetzliche Meldepflichten und Kennzeichnungspflichten zu beachten. Gewerbliche Tierhalter (Inhaber einer Genehmigung nach § 11 Tierschutzgesetz) und Tier- und Pflanzenhändler haben Buchführungspflichten wahrzunehmen. Anders als in einer Vielzahl von Bundesländern, in der Vollzug der Besitz- und Vermarktungsverbote den Unteren Naturschutzbehörden zugeordnet ist, wird dieser Arbeitsbereich im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern allein vom Dezernat 250 der oberen Naturschutzbehörde (LUNG) wahrgenommen. Die Mitarbeiter erreichen Sie auf folgenden Wegen:


Postadresse Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie, Postfach 1338 in 18273 Güstrow
Mitarbeiter Bernd Presch (Dezernatsleiter) Kerstine Meklenburg (Tierbestandsanzeigen)
Arbeitsplatz 18273 Güstrow, Goldberger Str. 12, Zimmer 133 18439 Stralsund, Badenstraße 18
Telefon/Fax 03843 777 250 / 03843 777 9 250 03843 777 255 / 03843 777 9 255
E-Mail bernd.presch@lung.mv-regierung.de kerstine.meklenburg@lung.mv-regierung.de

 

 

 

Wer aus den verschiedensten Gründen Tiere oder Pflanzen in Obhut nimmt, züchtet, verarbeitet oder vermarktet, übernimmt Verantwortung. Diese Verantwortung endet nicht mit der Sicherung einer möglichst verhaltensgerechten Haltung des einzelnen Tieres. Der Handel und die Haltung geschützter Arten in menschlicher Obhut können auch Auswirkungen auf das Überleben der Art in ihren Ursprungsgebieten haben. Daher unterliegen alle Exemplare besonders geschützter Arten, häufig auf der Grundlage internationaler Verpflichtungen der Bundesrepublik einem generellen Besitz- und Vermarktungsverbot!

Wer diese Tiere, zu denen auch sehr viele häufig als Haustier gehaltene Arten (z.B. Papageien, Schildkröten, Eichhörnchen) gehören, rechtskonform halten will, unterwirft sich folgenden gesetzlicher Verpflichtungen, die einen Beitrag dazu leisten sollen, den Bestand der Arten in der freien Natur nicht durch den Handel mit ihnen zu beeinträchtigen:

Die konkrete Ausgestaltung der Verpflichtungen ist abhängig von der gehaltenen Art.

 

Hintergrundinformationen und Hinweise

Gemäß § 44 Abs. 2 Nr. Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ist es verboten, Tiere und Pflanzen der besonders geschützten Arten in Besitz oder Gewahrsam zu nehmen, in Besitz oder Gewahrsam zu haben oder zu be- oder zu verarbeiten (Besitzverbote).

Unter den Voraussetzungen, die abschließend in § 45 Abs. 1 BNatSchG genannt sind, sind die Besitzverbote aufgehoben. Insbesondere betrifft dies Tiere oder Pflanzen, die rechtmäßig gezüchtet, rechtmäßig der Natur entnommen worden, rechtmäßig aus Drittstaaten eingeführt oder bereits vor Unterschutzstellung der Art in menschlicher Obhut gewesen sind. Zusätzlich ist die Zulässigkeit der Haltung besonders geschützter Wirbeltiere an die Sicherung der tierschutzrechtlich vorgeschriebenen Haltungsbedingungen und den Besitz der erforderlichen Kenntnisse und Zuverlässigkeit des Tierhalters gebunden.

Wenn Tiere oder Pflanzen der besonders geschützten Arten keinen Besitzverboten unterliegen, sind sie auch von den Vermarktungsverboten des § 44 Abs. 2 Nr. 2 BNatSchG entbunden. Abweichend hiervon dürfen auch rechtmäßig der Natur entnommene Exemplare europäischer Vogelarten und Tiere und Pflanzen der streng geschützten Arten, nicht vermarktet werden. Tiere oder Pflanzen sind gemäß der Begriffsdefinition aus § 7 Abs. 2 Nr. 1 und 2 BNatSchG neben lebenden Exemplaren auch tote Tiere, ohne weiteres erkennbare Teile von Tieren oder Pflanzen bzw. die aus diesen erkennbar gewonnenen Erzeugnisse.

Den Schutzstatus der Arten bzw. in welchem Anhang der VO (EG) 338/97 die gehaltenen Arten gelistet sind, können Sie in der Artenschutzdatenbank (WISIA) des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) ermitteln


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