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Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie

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Anforderungen an Halter, Züchter und Händler besonders geschützter Arten

Wer aus den verschiedensten Gründen Tiere oder Pflanzen in Obhut nimmt, züchtet, verarbeitet oder vermarktet, übernimmt Verantwortung. Diese Verantwortung endet nicht mit der Sicherung einer möglichst verhaltensgerechten Haltung des einzelnen Tieres. Der Handel und die Haltung geschützter Arten in menschlicher Obhut können auch Auswirkungen auf das Überleben der Art in ihren Ursprungsgebieten haben. Dies trifft auch für gefährdete heimische Arten zu.
Daher unterliegen alle Exemplare besonders geschützter Arten, auf der Grundlage internationaler Verpflichtungen der Bundesrepublik oder nationaler Normen einem generellen Besitz- und Vermarktungsverbot!

Die konkrete Ausgestaltung der Verpflichtungen ist abhängig von der gehaltenen Art.

Um die Nachweis-, Melde- oder Buchführungspflichten gesetzeskonform erfüllen zu können, ist häufig eine Individualkennzeichnung der Exemplare erforderlich. Die Kennzeichnungspflichten sind in der Bundesartenschutzverordnung und in der EU - Artenschutzverordnung näher bestimmt.

Wer diese Tiere, zu denen auch sehr viele häufig als Haustier gehaltene Arten (z.B. Papageien, Schildkröten, Eichhörnchen) gehören, trotzdem rechtskonform halten will, hat eine Reihe gesetzlicher Verpflichtungen zu erfüllen, über die auf den Folgeseiten näher informiert wird.

Hintergrundinformationen und Hinweise

Gemäß § 44 Abs. 2 Nr. Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ist es verboten, Tiere und Pflanzen der besonders geschützten Arten in Besitz oder Gewahrsam zu nehmen, in Besitz oder Gewahrsam zu haben oder zu be- oder zu verarbeiten (Besitzverbote).

Unter den Voraussetzungen, die abschließend in § 45 Abs. 1 BNatSchG genannt sind, sind die Besitzverbote aufgehoben. Insbesondere betrifft dies Tiere oder Pflanzen, die rechtmäßig gezüchtet, rechtmäßig der Natur entnommen worden, rechtmäßig aus Drittstaaten eingeführt oder bereits vor Unterschutzstellung der Art in menschlicher Obhut gewesen sind. Zusätzlich ist die Zulässigkeit der Haltung besonders geschützter Wirbeltiere an die Sicherung der tierschutzrechtlich vorgeschriebenen Haltungsbedingungen und den Besitz der erforderlichen Kenntnisse und Zuverlässigkeit des Tierhalters gebunden.

Wenn Tiere oder Pflanzen der besonders geschützten Arten keinen Besitzverboten unterliegen, sind sie auch von den Vermarktungsverboten des § 44 Abs. 2 Nr. 2 BNatSchG entbunden. Abweichend hiervon dürfen auch rechtmäßig der Natur entnommene Exemplare europäischer Vogelarten und Tiere und Pflanzen der streng geschützten Arten, nicht vermarktet werden. Tiere oder Pflanzen sind gemäß der Begriffsdefinition aus § 7 Abs. 2 Nr. 1 und 2 BNatSchG neben lebenden Exemplaren auch tote Tiere, ohne weiteres erkennbare Teile von Tieren oder Pflanzen bzw. die aus diesen erkennbar gewonnenen Erzeugnisse.

Den Schutzstatus der Arten bzw. in welchem Anhang der VO (EG) 338/97 die gehaltenen Arten gelistet sind, können Sie in der Artenschutzdatenbank (WISIA) des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) ermitteln


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