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Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie

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Meldepflichten für Hobbyhalter besonders geschützter Arten

Wer die Haltung von Exemplaren der besonders geschützten Wirbeltiere aufnimmt, hat dem LUNG (Kontakt) unverzüglich für jedes neu gehaltene Tier folgende Informationen zu übermitteln:

1.    Artname (deutsch und wissenschaftlich)
2.    Kennzeichnung des Tieres (wenn vorgeschrieben, bzw. vorhanden)
3.    Alter bzw. Geburtsdatum des Tieres
4.    Standort des Tieres (in der Regel wie 5.)
5.    Kontaktdaten des Halters (Vor- und Nachname, Straße, Hausnummer, PLZ, Ort, Tel. Nr. und wenn vorhanden, E-Mail-Adresse für Rückfragen und weitere Informationen)
6.    Zeitpunkt des Beginns der Haltung

Das LUNG ist aber auch unverzüglich (innerhalb von 2 Wochen, bei Eigenzucht  von 4 Wochen) über Veränderungen des gehaltenen Tierbestandes durch Nachzucht, Tod, Entlaufen, Abgabe an Dritte und einen Wohnortwechseld des Halters zu informieren.

Bei Erwerb von/Abgabe an Dritte sind dem LUNG die vollständigen Kontaktdaten des Vor-/Nachbesitzers unverzüglich mit der Bestandsveränderungsanzeige mitzuteilen. Mit der Anzeige sind dem LUNG Kopien der die Rechtmäßigkeit des Besitzes nachweisenden Dokumente zu übersenden (gern auch digital als scan). Von EU- Vermarktungsbescheinigungen sind Farbkopien oder ein scan (in Farbe) zu übersenden. Lassen sie sich die Übergabe/Übernahme der Tiere durch Unterschrift bestätigen.

Wer die Aufnahme oder Änderung der Haltung von Exemplaren besonders geschützter, meldepflichtiger Arten nicht, nicht rechtzeitig, nicht richtig, nicht vollständig, oder nicht in der vorgeschriebenen Weise beim LUNG anzeigt, handelt gemäß § 16 Bundesartenschutzverordnung ordnungswidrig.

Für eine Bestandsveränderungsanzeige können Sie folgende Formblätter nutzen:

 

vertiefende Hinweise und Hintergrundinformationen zu den Meldepflichten gemäß § 7 Abs. 2 der BArtSchV

 

Wer Wirbeltiere der besonders geschützten Arten hält, hat der nach Landesrecht zuständigen Behörde (in Mecklenburg-Vorpommern das Landesamt für Umwelt-Naturschutz und Geologie - LUNG) gemäß § 7 Abs. 2 der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) unverzüglich nach dem Beginn der Haltung den Bestand der Tiere schriftlich anzuzeigen. Gleiches gilt für weitere Bestandsänderungen (Zu- oder den Abgang). Den Begriff unverzüglich legt die Artenschutzbehörde des Landes M-V dahingehend aus, dass Bestandsänderungen spätestens 14 Tage nach Eintritt durch Erwerb, Abgabe und Verlust (Tod/entflogen) schriftlich (auch online oder per Fax) beim LUNG angezeigt sein muss.

Bei Geburt/Schlupf ist die Meldefrist auf einen Monat verlängert. Die gegenüber dem juristischen Begriff weite Auslegung des Begriffs „unverzüglich“ berücksichtigt die bei einigen Arten relativ hohe Mortalität in den ersten Lebenstagen. Auf Antrag hin kann die Naturschutzbehörde bei Züchtern mit einer hohen Zahl an Veränderungen des Bestandes den Zeitraum verlängern, wenn der Züchter bisher eine hohe Meldedisziplin bewiesen hat. Eine nicht erfolgte bzw. verspätete Meldung kann ein Ordnungswidrigkeitsverfahren oder eine Bestandsprüfung beim Halter auslösen. Bei Tod eines Exemplars einer in Gruppe A der VO (EG) VO (EG) 338/97gelisteten Art ist die EU-Vermarktungsbescheinigung/ CITES an das LUNG zu übersenden!

Ob eine Art „besonders geschützt“ ist, können Sie auf der Seite   http://www.wisia.de/FsetWisia1.de.html des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) Arten ermitteln. Bitte berücksichtigen Sie bei der Nutzung dieses Dienstes, dass nur eine korrekte Schreibweise zu einem richtigen Ergebnis führt.  Im Zweifelsfalle ist es hilfreich den Gattungs- oder Familiennamen in der wissenschaftlichen Schreibweise einzugeben. Die richtige Schreibweise können Sie z.B. im Internet bei mit einer Suchmaschine ermitteln.

Von der Meldeverpflichtung sind die in Anlage V der BArtSchV gelisteten Arten ausgenommen. Da sie aber besonders geschützt sind, unterliegen sie weiterhin der Nachweispflicht für die legale Herkunft gemäß § 46 Abs. 1 BNatSchG und der Buchführungspflicht im gewerblichen Bereich. Bei Kontrollen der Artenschutzbehörde sind die Herkunftsnachweise auch für die Exemplare der nicht meldepflichtigen besonders geschützten Arten auf Verlangen vorzuweisen. Eigene Nachzuchten sind auf geeignete Weise glaubhaft zu machen (Buchführung über Schlupf, Elterntiere, Fotos der Gelege und Jungtiere).

Für die Bestandsveränderungsanzeigen können Sie folgende Wege nutzen: Kontakt

Berücksichtigen Sie bitte, dass eine Bestandsveränderungsanzeige unterzeichnet sein muss. Daher kann sie nur per Post oder Fax versandt werden. Die nachweisenden Dokumente (EU-Bescheinigungen, CITES, Einfuhrbescheinigungen, Reptilienpass usw.) müssen mit der Meldung in Kopie übersandt werden. EU-Vermarktungsbescheinigungen sind als Farbkopie einzureichen!. Auch Änderungen des gewöhnlichen Unterbringungsortes des Exemplars sind dem LUNG anzuzeigen, wenn z.B. das Tier für mehrere Wochen einem Verbandsfreund zur Zucht überlassen wird, oder der Halter den Wohnort wechselt. Eine telefonische Anzeige des Haltungsbeginns ist dagegen nicht ausreichend und kann nur einer ersten Orientierung über die Meldepflichten dienen.

Da jede Bestandsänderung unverzüglich durch den jeweiligen Halter anzuzeigen ist, gilt die Meldepflicht sowohl für den Abgebenden als auch für den Übernehmenden. Sollte das Tier seinen neuen gewöhnlichen Aufenthaltsort in einem anderen Bundesland haben, ist es vom neuen Halter bei seiner örtlich zuständigen Artenschutzbehörde anzumelden. Der abgebende Halter mit Wohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern meldet den Abgang im LUNG.

Die Meldung muss gemäß § 7 Abs. 2 BArtSchV folgende Angaben enthalten:

  • Anzahl
  • Art
  • Alter (Jahrgang)
  • Geschlecht  (m- männlich, w- weiblich, u unbekannt oder in Kurzform: (1,2,3) 1 Männchen, 2 Weibchen, 3 Tiere unbekannt
  • Herkunft  (Vorbesitzer mit vollständiger Adresse und  Vorname, Name; möglichst Tel. Nr. oder E-Mail  für Rückfragen
  • Verbleib, bei Abgabe an neuen Besitzer Daten wie bei Herkunft oder Todestag
  • Standort,
  • Verwendungszweck z.B. Zucht, Hobbyhaltung
  • Kennzeichen  Ring- oder Transpondernummer bitte vollständig  lesbar angeben

Für die Bestandsveränderungsanzeige können die nachstehenden Meldebögen des LUNG oder die von den Züchterverbänden eingeführten Meldebögen verwendet werden. Übersenden Sie bitte immer möglichst vollständige Kontaktdaten, damit Sie bei Rückfragen und Hinweise ohne aufwendigen Postverkehr erreichbar sind. Tragen Sie die Informationen bitte gut lesbar in Druckbuchstaben ein. Die Darstellung muss dauerhaft sein daher keinen Bleistift oder Füllfederhalter verwenden.

Meldebogen Bestandsänderung LUNG (handschriftlicher Eintrag); Meldebogen LUNG (Excel-Datei) nach Eintragung bitte ausdrucken und unterschrieben an das LUNG senden

Wer gewerbsmäßig Tiere und Pflanzen der besonders geschützten Arten erwirbt, be- oder verarbeitet oder in den Verkehr bringt, ist von der Meldepflicht entbunden (z.B. Zoohandlungen, Züchter). Für ihn gilt die Buchführungspflicht.  Er hat gemäß § 6 Bundesartenschutzverordnung ein Aufnahme- und Auslieferungsbuch zu führen, das der Naturschutzverwaltung zur Kontrolle überlassen werden muss.


Foto Zoohandel


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