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Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie

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Erwerb, Besitz und Vermarktung ohne Weiteres erkennbarer Teile geschützter Tiere oder Pflanzen bzw. ohne Weiteres erkennbar aus diesen gewonnenen Erzeugnissen

  • Auch tote Exemplare geschützter Arten oder aus ihnen hergestellte Produkte unterliegen den artenschutzrechtlichen Normen
  • Von Relevanz sind insbesondere folgende Produkte:
    o   Tierpräparate besonders geschützter Arten
    o   Muschelschalen, Schneckengehäuse, Schmetterlinge, Käfer
    o   Caviar, Aal
    o   Korallen
    o   tropische Hölzer
    o   Herbarien
    o   Schlangenschnäpse

Hintergrundinformationen und Hinweise:

Die in § 7 Abs. 2 Nr. 1. und 2. Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) verankerten Begriffsdefinitionen für „Tier“ und „Pflanze“ stellen klar, dass die Rechtsfolgen der § 44 Abs. 2 BNatSchG nicht nur auf lebende Pflanzen und Tieren anzuwenden sind, sondern auch auf Eier, Larven, Puppen, Samen, Früchte, ohne Weiteres erkennbare Teile bzw. ohne Weiteres erkennbar aus Tieren oder Pflanzen der besonders geschützten Arten gewonnene Produkte. 

Daraus ergibt sich, dass der Naturschutzbehörde auf Verlangen auch die Berechtigung zum Besitz über:

  1. tote Entwicklungsformen der besonders geschützten Arten,
  2. im Wesentlichen vollständig erhaltene tote Tiere oder Pflanzen (Präparate, Herbarien in Kunstharz gegossene Exemplare) der besonders geschützten Arten,
  3. ohne Weiteres erkennbare Teile der besonders geschützten Arten und
  4. ohne Weiteres aus Tieren und Pflanzen der besonders geschützten Arten gewonnenen Erzeugnisse

nachgewiesen werden muss. Die Form des Nachweises entspricht den für lebende Exemplare gültigen Normen (Nachweispflichten).  

Eine Berechtigung zum Besitz ist auch dann anzunehmen, wenn

  1. die zu einer wesentlichen Veränderung führende Verarbeitung der Exemplare vor dem 1.6. 1947 erfolgte (Antiquität) vorgenommen wurde. Bei geplanter Vermarktung  z.B. im Internethandel ist das Alter des Exemplars in geeigneter Weise zu belegen (z.B. Gutachten),
  2. der Erwerb der Exemplare vor Anwendung des WA in dem jeweiligen Mitgliedsstaat nachgewiesen werden kann (Vorerwerb) erfolgte,
  3. prüffähige Einfuhrgenehmigungen im Original vorliegen (z.B. für Jagdtrophäen),
  4. die Exemplare nachweislich rechtmäßig als persönliche oder Haushaltsgegenstände vom Besitzer in die Gemeinschaft eingeführt wurden.

Von praktischer Relevanz sind die obenstehenden Regelungen insbesondere in folgenden Fällen des Imports, der Vermarktung und Verarbeitung von Exemplaren besonders geschützter Arten:

-       Herstellung, Besitz und Vermarktung von Präparaten
-       Vermarktung von und Verarbeitung Muschelschalen, Schneckengehäusen, präparierten Schmetterlingen der besonders geschützten Arten
-       Vermarktung von Caviar (nähere Hinweise erhalten Sie unter:  http://www.bfn.de/0305_stoerkaviar-handel.html)
-       Vermarktung von Aal  (nähere Hinweise erhalten Sie unter: http://www.bfn.de/0305_aal-einfuhr-ausfuhr.html)
-       Vermarktung und Verarbeitung von Korallen (nähere Hinweise erhalten Sie unter:  http://www.bfn.de/0305_schmuckkorallen.html)
-       Vermarktung und Verarbeitung von tropischen Hölzern (nähere Hinweise erhalten Sie unter: http://www.bfn.de/0305_holz.html)

Gewerbetreibende, die die o.g. Materialien verarbeiten bzw. vermarkten, müssen die diesbezüglichen Aktivitäten dokumentieren (Buchführungspflichten) und die in diesem Zusammenhang zu führenden Aufnahme- und Auslieferungsbücher für eine Kontrolle durch die Naturschutzbehörde bereithalten.

Präparate

Die Besitzberechtigung für Präparate kann auf folgende Weise erlangt werden:

  1. Jagdausübungsberechtigte dürfen sich zu Tode gekommene Exemplare der besonders geschützten Arten, die gleichzeitig jagdbares Wild darstellen (Doppelrechtler), aneignen und präparieren lassen. Auch ihnen ist aber eine Vermarktung des toten Tieres bzw. des aus diesem hergestellten Präparates verwehrt. Sie erhalten auf Antrag beim LUNG eine Bestätigung des rechtmäßigen Besitzes für das Präparat. Der Antrag (Präparationsantrag für Jagdausübungsberechtigte) wird im LUNG zum Zwecke der Umweltbeobachtung ausgewertet (Totfunddatei, Verbreitungsdarstellung der Arten, Todesursachenermittlung). Für einzelne Arten (Fischotter, Adler) wird durch das LUNG eine Untersuchung der Todesursache organisiert. Das Tier wird dem Besitzer nach der Untersuchung natürlich wieder für die Präparation zur Verfügung gestellt. Für die Darstellung der näheren Fundumstände der toten Exemplare im Totfund-Meldebogen Fischotter und Totfund-Meldebogen Adler sind wir dem Finder dankbar.
  2. Tot aufgefundene Exemplare der nicht bzw. der besonders geschützten Arten dürfen vorbehaltlich fischerei- bzw. jagdrechtlicher Vorschriften für Forschung und Lehre sowie zur Präparation für diese Zwecke der Natur entnommen werden (§ 45 Abs. 4 BNatSchG). Eine Bescheinigung der Naturschutzbehörde ist bei Verwendung durch Schulen, Universitäten … hierfür nicht erforderlich. (Hinweisblatt Anfertigung von Präparaten für Bildungszwecke).
  3. Für tot aufgefundene Exemplare der streng geschützten Arten (bei Doppelrechtlern Überlassungserklärung des Jagdausübungsberechtigten vorlegen) kann beim LUNG ein Antrag auf Präparation für Zwecke von Bildung und Forschung gestellt werden.

    Eine Darstellung der in Mecklenburg-Vorpommern vorkommenden streng geschützten Arten kann dem Internetauftritt des LUNG entnommen werden. http://www.lung.mv-regierung.de/insite/cms/umwelt/natur/artenschutz/geschuetzte_arten.htm
  4. Vorhandene Altpräparate, Pelze, Elfenbeinprodukte mit unterschiedlichen Nachweisdokumenten oder ohne Nachweisdokumente für die Besitzberechtigung  bedürfen als Voraussetzung für eine Auffrischung des Präparates beim Präparator oder eine rechtmäßige Vermarktung abhängig vom Schutzstatus der Art ggf. formgebundene  Dokumente. Die Möglichkeit der rechtmäßigen Ausstellung der erforderlichen Nachweise ist im Einzelfall vom LUNG zu entscheiden. So sind z. B. für Arten des Anhang A der VO (EG) Nr. 338/97  sind EU-Vermarktungsbescheinigungen erforderlich. Die Ausstellung der Dokumente ist kostenpflichtig und erfolgt auf schriftlichen Antrag hin. Mit der Antragstellung sind Kopien der vorhandenen Nachweisdokumente vorzulegen.

     
Präparationsantrag                                       Meldebogen Adler                                    Meldebogen Otter


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